Sportchef Patrick Brändli gibt im Gespräch mit HCT-Geschäftsführer Christian Bannwart einen Ausblick für die kommende Saison. Bild: Nico Wrzeszcz
16.09.2026 08:14
Ergänzung im Verwaltungsrat
HC Thurgau blickt an der GV auf eine gute Saison zurück - finanziell gute Ausgangslage
In der vergangenen Saison spielte der HC Thurgau eine überaus gute Regular Season. Getrübt wurde dieses Resultat am Ende durch ein frühes Playoff-Aus.
Eishockey 2'957 Aktien durfte Verwaltungsratspräsident Thomas Müller an der GV der Thurgauer Eishockey AG am vergangenen Freitag im Thurgauer Dörfli begrüssen. «Sportlich können wir auf eine erfolgreiche Hauptrunde zurückblicken. 93 Punkte, das entspricht einem Schnitt von 1,86 Punkte pro Spiel. Wir haben uns wirklich lange an der Spitze behaupten können.» Der Start ins Jahr 2026 verlief schwach, gefolgt vom Playoff-Aus gegen Olten direkt im Viertelfinal. «Natürlich tat das Aus weh, ich will gar nicht zu viele Worte darüber verlieren. Nichtsdestotrotz haben wir eine gute Saison 2025/26 gespielt», blickte Thomas Müller zurück.
Treue Zuschauer in der Gütti
Ein Zuschauerzuwachs von 15 Prozent in der Regular Season spreche für sich. In den Playoffs konnte man wie auch in der Vorsaison 2200 Zuschauerinnen und Zuschauer begrüssen. Das sind Zahlen, bei denen man ständig darüber nachdenken muss, zusätzliche Plätze zu generieren, wenn nicht sogar über ein neues Stadion diskutiert werden muss. Entfernte Gedankenspiele sind dies sogar nicht mehr, denn: «Wir machen uns Gedanken, wohin sich der HC Thurgau in den nächsten Jahren entwickeln soll. Dazu gehört auch, die Infrastruktur des Vereins weiterzuentwickeln», so Thomas Müller. Ein neues, zeitgemässes Stadion würde jedoch 20 Millionen Franken kosten. Zudem findet aktuell ein Austausch zwischen der Stadt Weinfelden und dem HC Thurgau über die Zukunft der Güttingersreuti statt.
Neben dem HC Thurgau absolvierten die HCT Young Lions eine erfolgreiche Saison. Kein Jugendteam ist abgestiegen. Und auch bei den HCT Ladies gab es etwas zu feiern. «Unserem Frauenteam ist es gelungen, in die Women's League B aufzusteigen, ein wirklich toller Erfolg.» Lobenswert sei hier auch die Zusammenarbeit mit dem SC Weinfelden und dem EC Wil.
Gute finanzielle Entwicklung
Einen Gewinn von 70'000 Franken für die abgelaufene Saison durfte HC Thurgau-Geschäftsführer Christian Bannwart präsentieren. «Der HCT erwirtschaftete einen Gesamtumsatz von 4,8 Millionen Franken, das entspricht einem Plus von sieben Prozent zum Vorjahr.» Gerade im Ticketing (+ 8 Prozent) und dem Catering (+ 14 Prozent) habe man zulegen können. Erfreulich sei zudem, dass das Sponsoring 72 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht. «Wir lagen hier schon bei über 80 Prozent. Dass der Gesamtanteil geringer ausfällt, ist ein Zeichen der guten Arbeit. Was die Wichtigkeit des Sponsoring aber auf keinen Fall schmälert.» Der HCT sei überaus dankbar für seine langjährigen und treuen Sponsoren, ohne die ein solches Finanzergebnis und der Spielbetrieb als solches nicht möglich wären.
Dem Umsatz steht ein Aufwand von 4,73 Millionen Franken gegenüber, auch hier ein Plus von sieben Prozent gegenüber der Vorsaison. Die meisten Ausgaben werden hier für die 1. Mannschaft und den Spielbetrieb getätigt. «Der Gesamtaufwand für die Mannschaft des HC Thurgau beläuft sich auf etwa drei Millionen Franken. Dort ist aber alles eingerechnet, wie etwa der Spielbetrieb, die Wohnungen für Spieler», so Bannwart. Das Eigenkapital liege bei 562'000 Franken, die Lizenzampel stehe weiterhin auf grün.
Budgetiert werde analog der Vorsaison, einzig bei der Mannschaft werde eine Investition von 50'000 Franken zusätzlich geplant. Die Rechnung wurde von der Versammlung einstimmig genehmigt, sowie der Verwaltungsrat einstimmig entlastet.
Zuwachs im Verwaltungsrat
Neben der Wiederwahl des bisherigen Verwaltungsrats wurde auch Dirk Fenners neu in den Verwaltungsrat gewählt. «Ich bin seit fünf Jahren Sponsor des HC Thurgau und habe den Verein seither als grosse Familie wahrgenommen. Wie so viele wurde ich von Paul Kaiser angefragt, ob ich mir nicht die Position im Verwaltungsrat vorstellen könnte», erklärte der Scherzinger. «Es wurde nach einer Person gesucht, die einen Hockey-Hintergrund nachweisen kann. Ich war schon lange beim EHC Kreuzlingen-Konstanz involviert und kenne mich daher im Eishockey gut aus. Ich habe das Gefühl, dass ich den Verein tatkräftig unterstützen kann.» Welche Aufgabe er im Verwaltungsrat übernehmen wird, sei noch offen. «Ich bin aber fest überzeugt, dass ich dem Verein, vor allem auch im Nachwuchsbereich, weiterhelfen kann», so Dirk Fenners.
Von Nico Wrzeszcz