Reto Angehrn, Leiter Amt für Finanzen und Steuern, Stadtpräsident Claudio Bernold und Stadträtin Regine Siegenthaler präsentieren den Rechnungsabschluss 2025. Bild: IDSF
30.04.2026 08:48
Stadtrechnung übertrifft budgetierten Gewinn
Die Stadt Frauenfeld budgetierte für das Jahr 2025 einen Gewinn von 3.45 Mio. Franken. Erzielt wurden 12.67 Mio. Franken, was einer Verbesserung um 9.22 Mio. Franken entspricht. Von den geplanten Nettoinvestitionen von 11.63 Mio. Franken konnten nur 8.14 Mio. Franken umgesetzt werden.
Frauenfeld Bei Strassen- und Kanalisationsprojekten ist es üblich, dass Zeitpunkt und Höhe der effektiv anfallenden Kosten vom Budget abweichen. Zu viele Einflussfaktoren lassen sich nicht verlässlich abschätzen, sodass Abweichungen vorprogrammiert sind. Geplant waren Nettoinvestitionen von 7.40 Mio. Franken (nach Abzug der Budgetkorrektur von 20 Prozent). Umgesetzt wurden 4.67 Mio. Franken. Auch in anderen Bereichen konnten nicht alle geplanten Vorhaben im gewünschten Umfang realisiert werden. So ist etwa der Wechsel der städtischen IT langsamer vorangeschritten als erhofft. Zudem konnten verschiedene Planungen für die städtische Raumentwicklung nicht angegangen bzw. nicht im geplanten Masse umgesetzt werden.
Die Verbesserungen in der Erfolgsrechnung zeigen sich in mehreren Bereichen. Dazu zählen höhere Steuererträge, noch nicht erfolgte Unterhaltsarbeiten bei Liegenschaften, tiefere Kosten und höhere Erträge in der Schlossbadi Frauenfeld sowie die Aufhebung der Überbrückungsrente von Alt Stadtrat Andreas Elliker. Die vorzeitige Aufhebung war möglich dank konstruktiver Gespräche der beiden Parteien. Die Stadt Frauenfeld wurde durch Stadtpräsident Claudio Bernold und Alt Stadtpräsident Anders Stokholm zur jeweiligen Amtszeit vertreten.
Höhere Steuererträge
Die hohen Steuererträge im Rechnungsjahr 2024 deuteten bereits darauf hin, dass auch im Jahr 2025 mit höheren Erträgen zu rechnen ist. Diese Erwartung hat sich bestätigt. Die Steuererträge überstiegen die Erwartungen um rund 3.04 Mio. Franken. Mit über 2 Mio. Franken im Plus trugen insbesondere die Steuern Natürlicher Personen dazu bei. Auch die Juristischen Personen verzeichneten erneut ein Wachstum und übertrafen die budgetierten Erträge um rund 646'000 Franken. Übertroffen wurden zudem die Erwartungen betreffend Grundstückgewinnsteuern. Budgetiert wurde ein Mehrjahresdurchschnitt von rund 1.6 Mio. Franken, erzielt wurden 2.19 Mio. Franken.
Folgebewertungen der Finanzliegenschaften
Bei den städtischen Liegenschaften waren Wertsteigerungen von 6.53 Mio. Franken budgetiert, die im Bereich ordentliches Finanzvermögen erzielt werden sollten. Tatsächlich konnten nur 4.64 Mio. Franken verbucht werden. Zusätzliche 1.78 Mio. Franken entfielen auf die Liegenschaften des Landkreditkonto. Insgesamt wurden 6.42 Mio. Franken erreicht und das Budget nahezu erfüllt. Die Liegenschaftenschätzungen werden durch externe Dritte vorgenommen.
Die Verwaltungsliegenschaften sind in die Jahre gekommen. Die Abteilung Liegenschaften plante entsprechende Unterhaltsarbeiten. Die vorhandenen personellen Ressourcen reichten jedoch nicht aus, die vorgesehenen grösseren Arbeiten umzusetzen. Dadurch reduzierte sich der Unterhaltsaufwand um über 700'000 Franken.
Schlossbadi weiterhin sehr beliebt
Der Effekt des Neuen hält an. Die Einnahmen der Schlossbadi konnten gegenüber dem Vorjahr um rund 200'000 Franken gesteigert werden. Im Budget war noch von einem leichten Rückgang ausgegangen worden. Die Einnahmen stiegen gegenüber dem Budget um rund 476'000 Franken. Gleichzeitig konnte der Betrieb weiter optimiert werden, was sich in niedrigeren Betriebskosten niederschlug. Diese reduzierten sich sowohl gegenüber dem Vorjahr als auch gegenüber dem Budget um über 165'000 Franken. Die Nettokosten der Schlossbadi sanken gegenüber dem Vorjahr um rund 146'000 Franken, gegenüber dem Budget beträgt die Verbesserung sogar 863'000 Franken.
Obwohl die Budgetpositionen stetig nach oben korrigiert werden, übersteigen die effektiven Zahlen jeweils die Erwartungen - so auch im Rechnungsjahr 2025. Für Prämienverbilligungen und die Übernahme von Prämienausständen wurden 3.33 Mio. Franken budgetiert, effektiv mussten jedoch 3.59 Mio. Franken verbucht werden. Auch die Kosten der Ambulanten Betreuung Krankheit und Alter stiegen: Statt der budgetierten 2.10 Mio. Franken netto fielen 2.23 Mio. Franken an. Die Zunahme erscheint auf den ersten Blick moderat. Betrachtet man jedoch die Entwicklung der letzten fünf Jahre (2021–2025), zeigt sich bei den Prämienverbilligungen und den Kosten für die ambulante und stationäre Betreuung Krankheit und Alter ein Anstieg von rund 1.54 Mio. Franken, was knapp zwei Steuerprozenten entspricht.
Geringere Sozialhilfekosten
Die Unterstützungen im Bereich Soziale Dienste lagen 2025 insgesamt auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr. Die Annahmen im Budget 2025 gingen von rund 1.35 Mio. Franken höheren Kosten aus. Auch im Vergleich zum Vorjahr sind die Gesamtkosten von 6.87 Mio. Franken auf 6.48 Mio. Franken gesunken.
Die gute Steuersituation setzt den Trend des Vorjahres fort und wirkt sich entsprechend auf den Finanzausgleich aus. Für den Ressourcenausgleich wurden Abgaben von 600'000 Franken erwartet, effektiv waren es 959'000 Franken. Gleichzeitig führten die tieferen Sozialhilfekosten zu ge-ringeren Beiträgen des Kantons: Im Soziallastenausgleich erhielt die Stadt 2.18 Mio. Franken statt der erwarteten 2.40 Mio. Franken. Insgesamt erhielt die Stadt damit rund 579'000 Franken weniger aus dem innerkantonalen Finanzausgleich.
IDSF