Kinder von Eltern mit Suchterkrankung leben oft in sehr belastenden oder gar bedrohlichen Situationen. Sie tragen die Last von Angst, Scham und Schuldgefühlen. ⋌⋌zVg
19.03.2026 09:31
Kinofilm «22 Bahnen» im Liberty Cinema, Weinfelden: So. 22.3.26 / 16:30 Uhr. Eintritt: Kostenlos. Anmeldung: 071 622 26 55 / info.sh-tg@blaueskreuz.ch
«Papa trinkt. Mama trinkt.»
Nationale Aktionswoche für Kinder von Eltern mit Suchterkrankung
In der Schweiz wachsen schätzungsweise 100'000 Kinder in einem Elternhaus auf, das von Alkohol oder anderen Substanzen schwer belastet ist. Die jährliche, von Sucht Schweiz koordinierte Nationale Aktionswoche Nationale Aktionswoche findet vom 16. bis zum 22. März statt, zahlreiche Organisationen in 15 Kantonen führen über 37 Aktionen durch.
Region Kinder von Eltern mit Suchterkrankung leben oft in sehr belastenden oder gar bedrohlichen Situationen. Sie tragen die Last von Angst, Scham, Schuldgefühlen und Unsicherheit ganz allein, da sie nicht schlecht über ihre Eltern reden wollen. Betroffene Kinder fallen nicht stark auf und geben nur in seltenen Fällen ihre schwierige Situation preis. Hier muss das Tabu gebrochen werden, damit Kinder die Hilfe erhalten, die sie brauchen.
Näher hinsehen und die Hand reichen – auch betroffenen Eltern
Während der zum achten Mal durchgeführten »Nationalen Aktionswoche für Kinder von Eltern mit Suchterkrankung» erhalten diese Kinder eine Stimme, indem zahlreiche Organisationen öffentlichkeitswirksame Aktivitäten anbieten und auch einige heute erwachsene Betroffene über ihr Erlebtes berichten. Diese Aktivitäten sollen die Bevölkerung dazu ermutigen, die Augen offenhalten und dazu beizutragen, dass betroffene Kinder Halt und Unterstützung finden. Die Broschüre «Was kann das Umfeld tun?» gibt Anleitung, wie mit betroffenen Eltern und Kindern das Gespräch gesucht werden und wie man für betroffene Kinder da sein kann. Gleichzeitig wird gezeigt, welche Instanzen im Notfall helfen.
Neben den zahlreichen Aktivitäten bietet die Website des nationalen Programms «Papa trinkt. Mama trinkt.» zahlreiche vertiefende Hintergrundinformationen zur Situation dieser Kinder und ihren Eltern und zu möglichen Hilfen. Hier findet sich auch Informationsmaterial wie Broschüren für Fachleute, Betroffene und deren Umfeld.
Neu ist in diesem Jahr die Internetseite «Elternschaft und Sucht» kinder-eltern-sucht.ch für Fachleute. Sie vermittelt die nötigen Kompetenzen für Fachleute, wenn sie mit Eltern zu tun haben: Wie sieht die Familiendynamik aus? Welche Herausforderungen bestehen für die Eltern und für die Kinder? Welche Lösungsmöglichkeiten existieren, damit es der ganzen Familie besser geht? Diese Internetseite ergänzt die bereits vorhandenen Informationen, wo betroffene Elternteile (und Ihre Partner:innen) Unterstützung bei Fragen und Überlegungen zu ihrer Elternrolle finden. Es ist wichtig, das betroffene Eltern wissen, wie sie mit dem Kind sprechen und ihm trotz den Schwierigkeiten Halt geben können. Gleichzeitig wird gezeigt, was sie für sich selbst tun und wie sie Hilfe holen können. Denn viele suchtkranke Eltern haben die Angst davor, Hilfe zu suchen, weil sie fürchten, dass die Kinder fremdplatziert werden könnten. Der Entzug der Obhut ist die letzte Massnahme, die Behörden einsetzen und sie ist selten. Meistens werden Familienhilfen eingesetzt. All diese Informationen geben dem Umfeld wichtige Ansätze für ein Gespräch und die Unterstützung. Davon profitiert letztendlich die ganze Familie.
Weitere Informationen zum Thema sowie Betroffenenberichte finden auf www.kinder-eltern-sucht.ch.
Blaues Kreuz Schaffhausen-Thurgau
Kinofilm «22 Bahnen» im Liberty Cinema, Weinfelden: So. 22.3.26 / 16:30 Uhr. Eintritt: Kostenlos. Anmeldung: 071 622 26 55 / info.sh-tg@blaueskreuz.ch