Layla Peter arbeitet als Assistentin im Tourmanagement vom Circus Knie. zVg
08.04.2026 06:00
Ein Bürojob der anderen Art
Wenn der Circus Knie am 11. und 12. April in Frauenfeld gastiert, wird es für Layla Peter ein besonderes Gastspiel. Seit ihrer Kindheit ist sie vom Zirkus fasziniert und hat diese Faszination zu ihrem Beruf gemacht. Seit fast zwei Jahren arbeitet sie beim Circus Knie im Büro und lebt in einem Wohnwagen.
Frauenfeld Kinder gehen meistens gerne in den Zirkus. So erging es auch Layla Peter in ihrer Kindheit. «Als Kind war ich vom Zirkus fasziniert, so dass ich mir damals schon gedacht habe, wenn ich die Chance bekomme, möchte ich eines Tages beim Zirkus arbeiten.» Nach ihrem Studium habe sie sich dann um eine ausgeschriebene Stelle beim Circus Knie beworben. «Doch leider habe ich diese nicht bekommen. Drei Monate später wurde mir aber dann doch eine andere Stelle beim Circus Knie angeboten.» Und über diese musste sie nicht lange nachdenken.
In der ganzen Schweiz unterwegs
Seit August 2024 arbeitet Layla Peter nun also für den Circus Knie. «Ich bin als Assistentin im Bereich Tourmanagement angestellt. Für meine Arbeit bin ich auf dem ganzen Zirkusgelände unterwegs und manchmal sitze ich auch im Büro. Nur eben nicht von einem festen Büro aus, sondern verteilt in der ganzen Schweiz, je nach dem, wo sich der Zirkus gerade aufhält», verrät sie. Das habe durchaus seinen Reiz, schliesslich sehe sie dadurch die verschiedensten Städte in der Schweiz. Ein Vorteil ihres Berufs: «Während der Vorstellungen am Wochenende muss ich nicht zwingend vor Ort sein und kann dann auch mal in die Heimat nach Frauenfeld fahren um Familie und Freunde zu besuchen.» Unter der Woche liege aber der volle Fokus auf dem Zirkus. «Ich bin verantwortlich für Bestellungen von Erde, Sägemehl oder Futter. Zudem kümmere ich mich um die Organisation der Abfallentsorgung vor Ort.» Dies geschehe immer rund zwei bis drei Wochen, bevor der Circus Knie am Gastspielort ankommt. «Ich bereite für die Städte, in denen wir gastieren, einen Lageplan vor, wo wir was abstellen und wo in etwa die Wohnwägen stehen. Auch die Einladungen für die Behördengäste, die zur Premiere eingeladen werden, fallen in meinen Arbeitsbereich.»
Planung bis ins Jahr 2032
Eine weitere Aufgabe des Tourmanagements ist die Tourplanung, diese reiche sogar bis ins Jahr 2032. «Der Aufwand hierfür ist gross, vieles wiederholt sich aber. Daten wie etwa in Zürich oder Winterthur fallen jedes Jahr auf den gleichen Zeitraum. Und dann schauen wir immer auch auf die Vorjahre, wann wir wo zuletzt waren.» Aufgrund dieses Plans ist in diesem Jahr wieder Frauenfeld an der Reihe. «Der Circus Knie kommt nur alle zwei Jahre nach Frauenfeld. Für mich ist das schon etwas Spezielles und ich freue mich sehr auf die Organisation in meiner Heimatstadt.» Vor Ort gehe es darum, die Bestellungen zu überprüfen. Dinge wie das Sägemehl für die Manege etwa muss abgeholt oder gebracht werden. Aber auch die Anmeldungen müssten geprüft und die Reservationen der Kasse gemeldet werden. «Wenn wir an einem Spielort sind, wie jetzt dann in Frauenfeld, bereiten wir schon die nächsten Stationen vor - in diesem Fall sind das Wil und St. Gallen.»
Besonderes Leben auf Tour
Trotz eines mehr oder weniger klassischen Bürojobs ist die Arbeit beim Zirkus doch ganz anders. «Ich arbeite in der Regel von Montag bis Freitag jeweils von 8 bis 17 Uhr. Danach geht man aber nicht ins klassische zu Hause, wir sind ja schliesslich auf Tour.» Ihre Unterkunft hat sie in einem Zirkuswagen. «Ich habe zwar nicht so viel Platz wie in einer Wohnung, aber das ist kein Problem. Man lernt, mit deutlich weniger auszukommen.» Dennoch habe sie vor Ort alles, was sie brauche. Ganz wichtig sei natürlich genügend passende Kleidung. «Da es gerade im März noch sehr kalt sein kann, brauche ich auch genügenden warme Sachen.» Besonders wichtig hierbei sind Gummistiefel. «Bei schlechtem Wetter sind die wirklich ein Muss, da es auf einigen Plätzen schnell Pfützen gibt. Und im Winter schätze ich meine gefütterten Gummistiefel umso mehr.»
So wie ihr ein gutes Buch zum Lesen wichtig ist, sei auch ein gutes Miteinander im Team unabdingbar. «Gerade im Büro sehen wir uns jeden Tag und gehen auch abends oft zusammen Essen oder machen Sport. Daher ist es schön, dass wir uns super verstehen.» Auch mit den Künstlerinnen und Künstlern habe man ab und zu Kontakt. «Es ist schön, durch sie verschiedene Länder und Kulturen kennenzulernen.»
Von Nico Wrzeszcz